LMF Keynote Speaker Miha Pogacnik: Im Interview…

Wednesday, January 25th, 2012

…mit evoworkx live Geschäftsführer Daniel Kusebauch verrät Miha Pogacnik, wie Unternehmen von einem Orchester lernen können, aus der Summe Ihrer Einzelteile mehr als ein Ganzes zu formen:

Herr Pogacnik, wie gestalte ich Unternehmensprozesse nachhaltiger? Und wie sensibilisiere ich dafür die Mitarbeiter?

Ich suche die Orientierung in der Klassischen Musik, wenn es um eine Führungsproblematik geht, da sie im Prinzip der Mutterboden der Europäischen Substanz ist. Eigentlich wird die klassische Musik in den höheren Positionen und Führungszentren eher als höhere Unterhaltungsform und nicht als Prozess und Lernchance wahrgenommen, obwohl es genau dort gilt die Kunst neu zu entdecken und sie als Erziehungsprinzip für Faktoren anzuwenden, die heute mit größter Notwendigkeit aus der Zukunft auf uns zukommen.

Ich gebe ihnen ein Beispiel mit zwei interessanten Komponenten aus dem Bereich Symphonie: Wenn man sich ein Symphonieorchester anschaut, kann man sofort eine Parallele zu einer Organisation herstellen. Nur, dass dieses Orchester mit seinen einzelnen Gruppen in einer außergewöhnlich präzisen Zusammenarbeit miteinander arbeitet. Man kann sehr wohl sagen, dass Musiker nicht die einfachsten Menschen sind und sehr viele Eigenarten besitzen. Dennoch verlieren sie diese in genau dem Moment, an dem der Konzertmeister präsent wird. Sie geben sie an das Höhere, das heißt an die Symphonie, ab und es wird zusammen musiziert und gestaltet. Man gibt sich in dem auf, was man tut.

Nun kann man auch sagen, dass Manager nicht die einfachsten Menschen der Welt sind. Das Problem ist nur, dass sie ihre Eigenarten auch behalten, wenn sie ihrem Beruf nachgehen. Wo ist die Partitur, die ihnen die Möglichkeit gibt, über sich hinauszuwachsen und einer größeren Sache zu dienen? Wo sind diejenigen Führungskräfte, die in der Lage sind, dieses Rohmaterial so in die Hände zu nehmen, dass eine Partitur für ein Unternehmen entsteht, welche die Mitwirkenden mit Begeisterung, Freude und größtem Engagement den Visionen und Strategien des Unternehmens folgen lassen? Es muss das Gefühl da sein, dass die Arbeit, die man vollbringt, auch eine persönliche Weiterbildung hervorruft und somit die Arbeit ein Teil des Lebens wird. Man muss die Teilnehmer in die Musik eintauchen lassen, mit ein paar Begriffen ihre Aufmerksamkeit auf die Vorgänge richten und Sie werden selber eine Beziehung zu ihr aufbauen, um Lösungen für die eigenen Probleme und Fragen ausfindig zu machen. Dies geschieht auf der höchsten Ebene, die Ebene der Ebenen: Liebe.

Inwiefern sind Sie der Meinung, dass eine Partitur sich entwickeln und entstehen muss, und in wie weit man als Leader oder Unternehmen Vorgaben machen sollte? Bei einem Zusammenspiel mehrerer Solisten ist es schon wichtig, ein klares Ziel vorgegeben zu haben. Inwiefern kann ich als Leader da Einfluss nehmen?

Die Unternehmenspartitur muss aus dem Ganzheitlichen erfasst werden, das bedeutet, dass jedes einzelne Element – ob Lieferant oder Unternehmensführung – genauso wie die einzelnen Noten in einem Stück, eine Rolle spielen.

Man hat zunächst Rohmaterial und kennt die Gegebenheiten einer zu behandelnden Materie. Dann ist allerdings die Frage, ob man einen künstlerischen Sinn für diese Elemente entwickeln kann. Ob man jetzt pragmatisch darauf schaut oder ob man es schafft, dieses Geschehen ganzheitlich zu betrachten und seine eigene Phantasie daran zu knüpfen. Wenn man so weit gekommen ist, dass man seine Persönlichkeit mit dieser Sache verbindet, dann ist man schon auf dem Weg seine Unternehmenspartitur zu komponieren. Es fehlt viel zu oft an der Phantasie in einem Unternehmen. Man ist sogar stolz darauf pragmatisch vorzugehen. Doch leben ist nicht pragmatisch. Leben ist Phantasie. Die Phantasie begeistert, belebt das Ganze und ist vor allem wichtig, wenn man mit Menschen zu tun hat. Dies ist ein neues Feld, welches noch weiterentwickelt werden muss: Die Frage, wie man die Phantasie in die Visionenbildung eines Unternehmens bekommt.

Sehen Sie es auch ein bisschen als Problem, dass die Unternehmer immer auf der Suche nach dem Neuen sind und weniger zurück auf die Substanz und die alten Werte gehen?

Ich nehme oftmals etwas ganz Altes und setzte es in einen neuen Kontext, sodass es wie etwas Neues erscheint. Es kommt darauf an, wie etwas wahrgenommen wird und wie man zu etwas steht. Darin liegt im Grunde die Innovation, denn eigentlich existiert ja schon alles und wir kennen ja eigentlich auch schon alles. Wir haben mit Unternehmen zu tun und wissen, dass die Konzentration eigentlich auf dem Service liegt. Außerdem wissen wir, dass der Mensch vielschichtig ist. Trotzdem nehmen wir nicht genug Rücksicht darauf und versuchen, immer nur so schnell wie möglich so viel wie möglich an den Kunden zu bringen. Doch das ist nicht die Zukunft eines Unternehmens, da ein Übermaß an Produkten besteht und nun die Frage gestellt werden muss, welche Techniken in dieser Hinsicht weiterhelfen können, ohne die Sensibilität und Sinne der Menschen zu vernachlässigen. Für diese Form der Unternehmensführung gibt es zu wenige Weiterbildungsmöglichkeiten und an dieser Stelle sind nun die Künstler und Musiker gefragt, Methoden zu entwickeln, die diese Gefühlswelt in ein organisiertes Konzept oder eine Gefühlsarchitektur umsetzen. Es fließt viel zu viel Geld in die falschen Dinge und genau dort, wo es gilt zu investieren, ist es den meisten Unternehmen zu viel. Man muss diese Fähigkeiten entdecken, sie schätzen lernen und dort, wie überall sonst auch im Business, ökonomisch denken und in die Menschen investieren.

Glauben Sie, dass ein Zusammenspiel von ökonomischem und ökologischem Handeln in der Zukunft vor Krisen schützen kann?

Als erstes ist es immer wichtig, ein Gleichgewicht zu halten. Natürlich müssen Effizienz und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen. Das ist aber nichts Neues. Der andere Punkt ist allerdings, dass heutzutage die Unternehmen immer mehr in Sachen Mehrwert für die Gesellschaft unter die Lupe genommen werden. Wenn ein Unternehmen einen gesellschaftlichen Faktor darstellt und nicht nur eine Geldmaschine, dann geht es eigentlich schon fast um eine Gewissensfrage: Kann sich ein Unternehmen heutzutage überhaupt noch leisten nicht nachhaltig, unökonomisch und sozial ignorant zu handeln? Und in diesem Punkt heißt es eben Menschen zu Rate zu ziehen, die den Unternehmensmitgliedern Fähigkeiten vermitteln, welche sich auf das Menschliche und Vorausschauende beziehen. Denn Menschen mit diesen vielseitigen Fähigkeiten sind diejenigen, die ein Unternehmen aus der nächsten Krise herausziehen.

Welches Wachstumspotential haben Unternehmen, die effizient wirtschaften und ökologisch handeln?

Das Größte. Das ist doch klar. Nur darf eben in dieser Sache nicht im Quartal gedacht, sondern es muss langfristig investiert werden. Natürlich gibt es einige, die sich diese Investition nicht leisten können. Jedoch gibt es auch viele Unternehmen die zu lange warten, meistens bis es zu spät ist und in diesem Fall muss dann wieder an den falschen Dingen gespart werden.

Musik macht ja bekanntlich kreativ. Mit welchem musikalischen Konzept würden Sie Manager zu mehr Nachhaltigkeit inspirieren wollen?

Die Frage ist: Was ist Nachhaltigkeit? Für mich ist Nachhaltigkeit, wenn ich nach Jahren einem Manager begegne, er mich auf einen meiner damals präsentierten musikalischen Vorträge anspricht, aber ich mich nicht mal an ihn erinnere. Nachhaltigkeit ist Erinnerungsfähigkeit. Und in der Musik bezieht sich Nachhaltigkeit auf das Bewundern. Wenn ich ein Stück so bewundere, dass ich mich hineinversetzen kann und es richtig fühle, man in diesen organischen Prozess durch Gefühl, Interesse und Arbeit hineingekommen ist, wird eigentlich ausgeschlossen, nicht nachhaltig zu handeln.

Musik – Human Relationship – Nachhaltigkeit, das klingt nach einem perfekten Dreiklang: Wie kann daraus nachhaltiges Handeln und ein neues Miteinander im Unternehmen entstehen?

Ich habe unheimliche Erwartungen und Glauben an die menschlichen Fähigkeiten. Wenn man in diesen sogenannten Dreiklang eintauchen kann, werden unwesentliche Dinge mit viel mehr Leichtigkeit weggeschoben, um sich mit viel größerem Willen auf das Wesentliche zu konzentrieren. Ich denke, wenn man dieses Erlebnis wirklich wahrnimmt und man wirklich in diese Welt eintauchen kann, dies eine positive Entwicklung nach sich zieht. Natürlich gibt es Menschen, die sich mit dieser Art der Unternehmensstrategie nicht identifizieren können und das ist auch in Ordnung so. Dennoch glaube ich daran, dass diejenigen, bei denen dies Anklang findet, auch langfristig die Führung übernehmen werden.

Neuer Speaker am MIF 2012: John Bielenberg – Brand Revolution: Thinking Wrong

Wednesday, January 18th, 2012

Wir freuen uns sehr über die Zusage von John Bielenberg. Bielenberg ist nicht nur kongenialer Partner von Alex Bogusky in der Neudefinition von Marken, sondern auch ein höchst inspirierender Redner. Bielenberg hat im Laufe seiner Karriere über 250 Design-Preise erhalten und wurde 2011 mir dem Ehrendoktortitel des Maryland Institute College of Art ausgezeichnet. >>Zur Speaker-Seite

Was Sie in seiner Keynote am MIF 2012 in München erwartet? Hier ein kleiner Vorgeschmack:
>> Video “A New Collaborative Capitalism”

“The Innovator’s Cookbook” – neues Buch von Steven Johnson erschienen:

Wednesday, November 2nd, 2011

Anfang Oktober ist in den USA das neue Buch von Steven Johnson erschienen. Vielmehr eine Sammlung von Ideen, Gedanken und Erkenntnissen etablierter wie aktueller Innovatoren als ein eigenständiges Werk, spannt „The Innovator’s Cookbook: Essentials for Inventing What Is Next“ nicht nur einen Bogen über die Zeit, sondern auch über die verschiedensten Gebiete – von Wissenschaft und Technologie bis hin zu Bildung und Kunst.

Fast schon traditionell stellt uns Steven das Buch in einem kleinen Trailer vor, den wir Ihnen selbstverständlich wieder im Newsbereich unserer MIF Europe Homepage hinterlegt haben.

Zum Video

Keynote-Speaker Steven B. Johnson im Tagesspiegel-Interview

Thursday, August 4th, 2011

MIF Europe 2012 Keynote-Speaker und Bestseller-Autor (“Where good ideas come from”) Steven B. Johnson stand dem Tagesspiegel Rede und Antwort zum Thema Innovationen, wie sie entstehen und welche Voraussetzungen neue Ideen benötigen. Lesen Sie hier das ganze Interview, und warum der Gedankenaustausch Ihrer Mitarbeiter und die Zusammenführung “halber Ideen” meist die Triebfedern des Fortschritt darstellen und weniger aus Geistesblitzen einzelner Genies entstehen.

Zum Interview

“Musiker sind anders – Manager auch!” – Miha Pogacnik im Interview

Monday, July 11th, 2011

Herr Pogacnik, wie gestalte ich Unternehmensprozesse nachhaltiger? Und wie sensibilisiere ich dafür die Mitarbeiter?

Ich suche die Orientierung in der Klassischen Musik, wenn es um eine Führungsproblematik geht, da sie im Prinzip der Mutterboden der Europäischen Substanz ist. Eigentlich wird die klassische Musik in den höheren Positionen und Führungszentren eher als höhere Unterhaltungsform und nicht als Prozess und Lernchance wahrgenommen, obwohl es genau dort gilt die Kunst neu zu entdecken und sie als Erziehungsprinzip für Faktoren anzuwenden die heute mit größter Notwendigkeit aus der Zukunft auf uns zukommen.

Ich gebe ihnen ein Beispiel mit zwei interessanten Komponenten aus dem Bereich Symphonie: Wenn man sich ein Symphonieorchester anschaut, kann man sofort eine Parallele zu einer Organisation herstellen. Nur, dass dieses Orchester mit seinen einzelnen Gruppen in einer außergewöhnlich präzisen Zusammenarbeit miteinander arbeitet. Man kann sehr wohl sagen, dass Musiker nicht die einfachsten Menschen sind und sehr viele Eigenarten besitzen. Dennoch verlieren sie diese in genau dem Moment, an dem der Konzertmeister präsent wird. Sie geben sie an das Höhere, das heißt an die Symphonie, ab und es wird zusammen musiziert und gestaltet. Man gibt sich in dem auf, was man tut.

Nun kann man auch sagen, dass Manager nicht die einfachsten Menschen der Welt sind. Das Problem ist nur, dass sie ihre Eigenarten auch behalten, wenn sie ihrem Beruf nachgehen. Wo ist die Partitur, die ihnen die Möglichkeit gibt, über sich hinauszuwachsen und einer größeren Sache zu dienen? Wo sind diejenigen Führungskräfte, die in der Lage sind, dieses Rohmaterial so in die Hände zu nehmen, dass eine Partitur für ein Unternehmen entsteht, welcher die Mitwirkenden mit Begeisterung, Freude und größtem Engagement den Visionen und Strategien des Unternehmens folgen können? Es muss das Gefühl da sein, dass die Arbeit, die man vollbringt, auch eine persönliche Weiterbildung hervorruft und somit die Arbeit ein Teil des Lebens wird. Man muss die Teilnehmer in die Musik eintauchen lassen, sie mit ein paar Begriffen die Aufmerksamkeit auf die Vorgänge richten und Sie werden selber eine Beziehung zu ihr aufbauen, um Lösungen für die eigenen Probleme und Fragen ausfindig zu machen. Dies geschieht auf der höchsten Ebene, die Ebene der Ebenen: Liebe.

Inwiefern sind Sie der Meinung, dass eine Partitur sich entwickeln und entstehen muss, und in wie weit man als Leader oder Unternehmen Vorgaben machen muss? Bei einem Zusammenspiel mehrerer Solisten ist es schon wichtig, ein klares Ziel vorgegeben zu haben. Inwiefern kann ich als Leader da Einfluss nehmen?

Die Unternehmenspartitur muss aus dem Ganzheitlichen erfasst werden, das bedeutet, dass jedes einzelne Element – ob Lieferant oder Unternehmensführung – genauso wie die einzelnen Noten in einem Stück, eine Rolle spielen.

Man hat zunächst Rohmaterial und kennt die Gegebenheiten einer zu behandelnden Materie. Dann ist allerdings die Frage, ob man einen künstlerischen Sinn für diese Elemente entwickeln kann. Ob man jetzt pragmatisch darauf schaut oder ob man es schafft, dieses Geschehen ganzheitlich zu betrachten und seine eigene Phantasie daran zu knüpfen. Wenn man so weit gekommen ist, dass man seine Persönlichkeit mit dieser Sache verbindet, dann ist man schon auf dem Weg seine Unternehmenspartitur zu komponieren. Es fehlt viel zu oft an der Phantasie in einem Unternehmen. Man ist sogar stolz darauf pragmatisch vorzugehen. Doch leben ist nicht pragmatisch. Leben ist Phantasie. Die Phantasie begeistert, belebt das Ganze und ist vor allem wichtig, wenn man mit Menschen zu tun hat. Dies ist ein neues Feld, welches noch weiterentwickelt werden muss: Die Frage, wie man die Phantasie in die Visionenbildung eines Unternehmens bekommt.

Sehen Sie es auch ein bisschen als Problem, dass die Unternehmer immer auf der Suche nach dem Neuen sind und weniger zurück auf die Substanz und die alten Werte gehen?

Ich nehme oftmals etwas ganz Altes und setzte es in einen neuen Kontext, sodass es wie etwas Neues erscheint. Es kommt darauf an, wie etwas wahrgenommen wird und wie man zu etwas steht. Darin liegt im Grunde die Innovation, denn eigentlich existiert ja schon alles und wir kennen ja eigentlich auch schon alles.

Wir haben mit Unternehmen zu tun und wissen, dass die Konzentration eigentlich auf dem Service liegt. Außerdem wissen wir, dass der Mensch vielschichtig ist. Trotzdem nehmen wir nicht genug Rücksicht darauf und versuchen, immer nur so schnell wie möglich so viel wie möglich an den Kunden zu bringen. Doch das ist nicht die Zukunft eines Unternehmens, da ein Übermaß an Produkten besteht und nun die Frage gestellt werden muss, welche Techniken in dieser Hinsicht weiterhelfen können, ohne die Sensibilität und Sinne der Menschen zu vernachlässigen. Für diese Form der Unternehmensführung gibt es zu wenige Weiterbildungsmöglichkeiten und an dieser Stelle sind nun die Künstler und Musiker gefragt, Methoden zu entwickeln, die diese Gefühlswelt in ein organisiertes Konzept oder eine Gefühlsarchitektur umsetzen. Es fließt viel zu viel Geld in die falschen Dinge und genau dort, wo es gilt zu investieren, ist es den meisten Unternehmen zu viel. Man muss diese Fähigkeiten entdecken, sie schätzen lernen und dort, wie überall sonst auch im Business, ökonomisch denken und in die Menschen investieren.

Glauben Sie, dass ein Zusammenspiel von ökonomischem und ökologischem Handeln in der Zukunft vor Krisen schützen kann?

Als erstes ist es immer wichtig, ein Gleichgewicht zu halten. Natürlich müssen Effizienz und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen. Das ist aber nichts Neues. Der andere Punkt ist allerdings, dass heutzutage die Unternehmen immer mehr in Sachen Mehrwert für die Gesellschaft unter die Lupe genommen werden. Wenn ein Unternehmen einen gesellschaftlichen Faktor darstellt und nicht nur eine Geldmaschine, dann geht es eigentlich schon fast um eine Gewissensfrage: Kann sich ein Unternehmen heutzutage überhaupt noch leisten nicht nachhaltig, unökonomisch und sozial ignorant zu handeln? Und in diesem Punkt heißt es eben Menschen zu Rate zu ziehen, die den Unternehmensmitgliedern Fähigkeiten vermitteln, welche sich auf das Menschliche und Vorausschauende beziehen. Denn Menschen mit diesen vielseitigen Fähigkeiten sind diejenigen, die ein Unternehmen aus der nächsten Krise herausziehen.

Welches Wachstumspotential haben Unternehmen, die effizient wirtschaften und ökologisch handeln?

Das Größte. Das ist doch klar. Nur darf eben in dieser Sache nicht im Quartal gedacht, sondern es muss langfristig investiert werden. Natürlich gibt es einige, die sich diese Investition nicht leisten können. Jedoch gibt es auch viele Unternehmen die zu lange warten, meistens bis es zu spät ist und in diesem Fall muss dann wieder an den falschen Dingen gespart werden.

Musik macht ja bekanntlich kreativ. Mit welchem musikalischen Konzept würden Sie Manager zu mehr Nachhaltigkeit inspirieren wollen?

Die Frage ist: Was ist Nachhaltigkeit? Für mich ist Nachhaltigkeit, wenn ich nach Jahren einem Manager begegne, er mich auf einen meiner damals präsentierten musikalischen Vorträge anspricht, aber ich mich nicht mal an ihn erinnere. Nachhaltigkeit ist Erinnerungsfähigkeit. Und in der Musik bezieht sich Nachhaltigkeit auf das Bewundern. Wenn ich ein Stück so bewundere, dass ich mich hineinversetzen kann und es richtig fühle, man in diesen organischen Prozess durch Gefühl, Interesse und Arbeit hineingekommen ist, wird eigentlich ausgeschlossen, nicht nachhaltig zu handeln.

Musik – Human Relationship – Nachhaltigkeit, das klingt nach einem perfekten Dreiklang: Wie kann daraus nachhaltiges Handeln und ein neues Miteinander im Unternehmen entstehen?

Ich habe unheimliche Erwartungen und Glauben an die menschlichen Fähigkeiten. Wenn man in diesen sogenannten Dreiklang eintauchen kann, werden unwesentliche Dinge mit viel mehr Leichtigkeit weggeschoben, um sich mit viel größerem Willen auf das Wesentliche zu konzentrieren. Ich denke, wenn man dieses Erlebnis wirklich wahrnimmt und man wirklich in diese Welt eintauchen kann, dass dann die Entwicklung durch Investition erfahren wird. Natürlich gibt es Menschen, die sich mit dieser Art der Unternehmensstrategie nicht identifizieren können und das ist auch in Ordnung so. Dennoch glaube ich daran, dass diejenigen, die den Anklang finden, auch langfristig die Führung übernehmen werden.

“Geben Sie Ihre Marke in die Hände des Kunden” – Martin Lindstrom im Interview

Tuesday, September 21st, 2010

Wo sehen Sie beim Thema Innovation die großen Stärken der Unternehmen in Mitteleuropa im internationalen Vergleich?
Sie haben ihre Hausaufgaben gemacht, was bedeutet, dass sie pünktlich liefern und ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein haben. Das sind zwei Punkte, die für viele Unternehmen, welche zwar innovativ sind, aber im operativen Geschäft Schwierigkeiten haben, Stolpersteine darstellen.

Wie innovativ ist der „alte Kontinent“, in welchem Bereich sind uns andere Nationen einen Schritt voraus?
Ich würde sagen, dass der alte Kontinent in den letzten Jahren immer innovativer geworden ist. Dänemark führt in Sachen Nachhaltigkeit, Design und Pharmazeutischer Innovation, Deutschland ist immer mehr Innovator in den Bereichen Mode und Kosmetik, Holland – Finanzen und Elektronik und Österreich im Getränkebereich. Meiner Meinung nach ist die Region in vielerlei Hinsicht den anderen Ländern voraus – hauptsächlich, weil hier aufgrund der langjährigen Erfahrungen und dem daraus resultierenden Wissen ein natürlicher Vorsprung entstehen konnte.

Welches sind Ihrer Meinung nach die drei Erfolgsfaktoren für innovative Unternehmen?
In der Lage zu sein, sich unheimlich schnell anpassen zu können.
Die Kunden als Innovationsquellen zu nutzen und diese in den gesamten Entwicklungsprozess einzubeziehen.
Unsere Sinne zu nutzen und zu verstehen, welch wichtige Rolle diese in unserem Unterbewusstsein spielen.

Welches Unternehmen hat Sie während der letzten zwei Jahre, im Zeitraum der Finanzkrise, begeistert?
Natura

Wie „Social“ sind Innovationen? Betonen Unternehmen das Thema „Social Media“ zurecht so stark?
Sie haben gar keine andere Wahl, da Social Media sich in den nächsten Jahren ohne Zweifel zur echten Werbewaffe entwickeln wird (was heute übrigens noch nicht der Fall ist). Daher ist jetzt die Zeit, alles darüber zu lernen, da sich die Entwicklung momentan noch in Zeitlupe abspielt.

Über welche Trends werden in fünf Jahren lachen?
Dass Twitter das nächste große Drehkreuz in der Werbung sein wird, dass die Marke Apple immer perfekt ist und dass 83% der gesamten Kommunikation nur einen unserer Sinne anspricht.

Welche sind die größten Herausforderungen für den Marketing- und Vertriebsleiter in den nächsten Jahren?
Die Marke an die Kunden zu übergeben, damit diese sie führen.

Wo finden Sie Inspiration für neue Ideen?
Ich beobachte Konsumenten Tag und Nacht – Ich lebe, atme, unterhalte, beobachte und interviewe sie mindestens drei Tage pro Woche in mindestens so vielen verschiedenen Ländern. Dort ist es, wo die nächsten Marken-Trends entstehen.

Was können wir am Marketing & Innovation Forum Europe von Ihnen erwarten?
Überrascht, provoziert, schockiert und unterhalten zu werden. Aber am wichtigsten ist, dass Sie auf Ihrem Heimweg noch einen Denkprozess entwickeln werden, der Ihren Blickwinkel der Kommunikation verändern wird.

VIDEO Kevin Roberts interview on FOX BUSINESS – Opening Bell

Friday, October 16th, 2009

Exclusive Interview with CEO Worldwide of Saatchi & Saatchi, Kevin Roberts, on changes in advertising and the challenges for brand managers in 2010.
The Fox-interview with  Kevin, who will be Keynote-Speaker at our Marketing & Innovation Forum Europe in Munich on 1st and 2nd December, was taken in the Radio City Music Hall in New York during a 5.000 people gathering, where  Kevin participated as main speaker together with William Jefferson Clinton and George Lucas.

WATCH THE WHOLE INTERVIEW HERE..

Kevin Roberts – Fast Friday

Friday, August 14th, 2009

Kevin Roberts speaks about “Winning Ugly“, controlling the controllables and about measured risk. The Saatchi & Saatchi CEO talks about Lovemarks and the impact of Social Media.

He also talks about Global Retail and how to improve the life of the costumers and how to handle Retail and Sustainability. It is always exciting to hear Roberts talk about brands and his views on innovation and leadership.

"Es ist nicht schön, aber wir werden siegen" – Interview mit Kevin Roberts in The Independent

Friday, July 10th, 2009

Kevin Roberts, CEO von Saatchi & Saatchi Worldwide und Speaker beim Marketing & Innovation Forum im Dezember in München, spricht im Interview mit “the independent” darüber, warum die Prognosen, dass der schlimmste Moment bereits überstanden ist, auf keinem Fundament basieren. Außerdem zeigt er auf, weshalb sein Erfolgrsrezept jetzt “Winning Ugly” ist, wer Erfolg haben wird und in welchem Punkt sich seine Heimat Neuseeland verbessern muss.

http://www.saatchikevin.com/download/pdf/1176_nz-independent_june09.pdf

"In times like these, the best bet is winning ugly" – Kevin Roberts im Interview mit Advertising Age

Thursday, June 18th, 2009

Winning Ugly is about winning today, tomorrow, next week, next month, next year. It’s about being authentic, transparent, passionate and stripped down to the essentials – winning naked, if you like. As I say, ugly!” Lovemarks Creator Kevin Roberts, Global CEO, Saatchi & Saatchi Worldwide says to “quit playing nice and find some guts”.

Link: Interview Kevin Roberts