Wo sehen Sie beim Thema Innovation die großen Stärken der Unternehmen in Mitteleuropa im internationalen Vergleich?
Vorteile und Stärken sind nach wie vor die hohe Innovationsleistung im deutschen Mittelstand sowie die hohe Durchsetzung von Innovationen aufgrund flacher Hierarchien im Mittelstand, die schnelle Entscheidungen und ein “Ausprobieren” bedingen.
Wichtig zu wissen ist, dass 85% aller Unternehmen kleine mittelständische Unternehmen in der Hand von Familienunternehmern sind, die einen nachhaltigen (!) und sehr ökonomischen Ansatz mit sich bringen.
Wie innovativ ist der „alte Kontinent“, in welchem Bereich sind uns andere Nationen einen Schritt voraus?
Die Amerikaner sind grundsätzlich optimistischer, die Chinesen haben das größte Wachstumspotenzial und in Teilbereichen eine 24/7-Mentalität (24 Stunden am Tag / 7 Tage die Woche).
Welches sind Ihrer Meinung nach die drei Erfolgsfaktoren für innovative Unternehmen?
- Marktkenntnis mit Trendgespür
- Herausragendes lean leadership, das Offenheit, Kreativität und Mut fördert
- Vertriebsvermögen mit Gestaltungskraft, das alle Innovationen offensiv und schnell an den Markt bringt und nach vorne trägt
Welches Unternehmen hat Sie während der letzten zwei Jahre, im Zeitraum der Finanzkrise, begeistert?
Da fällt mir das Unternehmen “Apple” ein, das Begehrlichkeiten beim Kunden geweckt und Produkte entwickelt hat, von denen vorher niemand wusste, dass er sie überhaupt benötigt. Apple hat damit einen Markt geschaffen, den vorher niemand vermisst hat: An dieser Stelle sei auch ein Zitat von Steve Jobs angebracht: “Putting romance in Computers”…
Folgendes Zitat möchte ich hier ebenso anbringen: “Stark ist, wer mehr Träume hat, als die Realität zerstören kann.”
Wie „social“ sind Innovationen? Betonen Unternehmen das Thema „Social Media“ zu Recht so stark?
Ja, zurzeit geht in Sachen Innovations-Wissensnetzwerke, Produktgestaltung und Marketing kein Weg an Social Media Marketing vorbei. Wir nennen dies “SM 4″ – “Social Media Mit-Mach-Marketing”. An dieser Stelle auch ein kurzes Beispiel: Das Unternehmen “Otto” beschäftigt allein vier junge Mitarbeiter, die ausschließlich die Anfragen über Twitter bearbeiten!
Unter dem Aspekt der Akquise ist es zudem vertriebsintelligent, durch “SM 4″ das Ende der Kaltakquise einzuläuten.
Über welche Trends werden wir in fünf Jahren lachen?
Mit einem weinenden Auge lachen: Über die ganzen privaten und teils businessrelevanten, eigentlich sicherheitsbedürftigen Informationen, die im Zuge falsch verstandenen Networkings und Social Media Marketings in die Welt gestreut worden sind.
Und: Erinnern Sie sich noch an die ersten, handkoffergroßen Mobilfunkgeräte? Wie lange ist das her? Zehn Jahre? Fünfzehn Jahre? Und was können wir uns heute in den nächsten Jahren vorstellen? Eine App – heute noch eine Drehtür ins Internet, 100% modern, wird morgen evtl. schon belächelt. So wie wir heute über alte Faxgeräte und überdimensionale Handys lachen.
Prinzipiell sollten wir aber auch retrospektiv nicht über Trends lachen, sondern etwas daraus gelernt und sie in der Hoch-Zeit für uns genutzt haben!
Welche sind die größten Herausforderungen für den Marketing- und Vertriebsleiter in den nächsten Jahren?
- Employer Branding: Der Aufbau einer attraktiven Arbeitgebermarke
- Recruiting und “Behalting”: Die richtigen Leute an die richtige Stelle bringen
- Recruiting und “Behalting”: Junge Talente noch vor dem Studium durch Hospitation o.A. in die
Unternehmen einbinden
Wo finden Sie Inspiration für neue Ideen?
Mein eigener ThinkTank, bestehend aus dem „go! Team“ sowie externen Agenturen, die uns schon seit Jahren begleiten und unermüdlich Impulse von außen und neue Perspektiven mit in die Diskussion und Produktentwicklung bringen.
Durch die Teilnahme an Wissensnetzwerken und die Zusammenkunft mit Querdenkern.
Und natürlich durch das Lesen von Fachperiodika und das “Offensein” für neue Technologien, Innovationen eben…
Was können wir am Marketing & Innovation Forum Europe von Ihnen erwarten?
Die Besucher des MIF 2011 erfahren von mir die neuesten Entwicklungen der Umsatz-Maschine, die Ergebnisse aus der Studie zu diesem Thema und natürlich: Wie Umsatz-Maschinen den iKunden begeistern.